Kategorie-Archiv: Allgemein

UNSER KANZLEREXKANDIDAT

Hamburg, den 19.12.2017

Tagesspiegel 26.06.2017, Illustration by Schwalme

Moin,  

Ich frühstücke. Kanzlerexkandidat Martin Schulz schaut mir aus allen Zeitungen entgegen. Schulz allüberall. Ich atme schwer und seufze. Ich finde, Deutschlands Kanzlerexkandidat  und Sozialistenchef ist ein häßlicher  Sozialistenchef. Ein Sozialistenchef, der aussieht, als wäre er einer ungespülten Toilettenschüssel entstiegen. Sein Gesicht wirkt verwurmt, ranzig und eitrig wie das andere Ende eines Pavians. Als hätten Kröten, Schlangen und allerlei Gewürm ihre Eier zum Brüten dort in dieser feuchtwarmen Schlammhaut eingegraben, eingebuddelt, angedockt.

„Mein Gott, Whiskey, ist dieser Mann häßlich! Oder?“ Ich halte meiner Hündin Whiskey den Parteiboß vor ihre feuchte Nase. Sie nießt heftig, schüttelt sich, springt auf und sucht mit gesträubtem Fell, blankem Gebiß und eingerollter Rute Deckung in der Küche am anderen Ende der Wohnung.

Ich spekuliere, wie es unter des Sozichefs Kragen wohl weitergeht, und ob die Natur ihn vielleicht als Laborleib, als Testleib für Lebendverwesendes auserwählt hat, so …

 

…als  verwese er bei lebendigem Leibe

und böte der Brut eine feuchtwarme Bleibe

-und den Würmern für ihre lange Reise

seinen schwülen Leib als Lieblingsspeise.

 

Instinktiv schiebe ich mein Frühstück in die entfernteste Ecke des Tisches  -und schau‘ wieder hin. Sein Bart eine schimmelige Sauerkraut-Wurm-Wiese. Man möchte mit einer stählernen Turbo-Toilettenbürste und einem Bunsenbrenner einschreiten. Besser noch, ihn -und Deutschland-  im Triebwerksstrahl eines startenden Kampfjets von dieser Pest befreien. Das Photo betrachte ich jetzt mit ausgestrecktem Arm, als fürchte ich, daß die gesamte Kolonie auf der Suche nach frischem Fleisch zu mir rüberspringen könnte. Seine Lippen, rot und gebotoxt wie die Lippen eines verwesenden morschen Barsches im Uferschlamm. Seine Zähne aus gehärtetem Eiter, nackt und höhnisch mir entgegengrinsend wie aus einem Totenschädel. Gespenstisch: seine  Augen leben. Groß und rund und glänzend, schauen sie mich an, unverwandt und flehendlich, wie ein Hilferuf, wie ein „befreie mich“; wie ein „habt mich doch lieb“ oder „küsss mich, ich bin ein Prinz“.

Soll dieser faulig-morsche Mund für Deutschland sprechen? Welcher Politiker würde ihm die Hand reichen wollen,  ohne sich durch einen hochbezahlten, todesverachtenden Doppelgänger ersetzen zu lassen?

Dieses dilettantig-deutsch-zipfelmichelmützige Stückchen Schulz in den Fängen solch ausgekochten Strategen und Spieler wie Li,Putin, Erdogan, Trump und all den anderen am globalen Pokertisch und Schachbrett der Macht auf der Weltenbühne?

Ach, Gottchen!

Der Parteiboß am Rednerpult. Er reckt und streckt und plustert und bläht sich wie ein Kakerlakenkönig, der den King-Kong macht; seine zeternden Stimmbänder wie die eines Kakerlakenmännchens beim Orgasmus mit einer Küchenschabe  -im Vergleich zum rauhen, harten Sound des Rabauken-Kerls und Exkanzlers Schröder, der ihn jetzt umarmt. Schulzchen verschwindet in Schröders Hemdenfalte, wie eine Eintagsfliege auf der Zunge eines Feuersalamanders.

Plötzlich: die Seite mit seinem Photo in meiner Hand welkt, vergilbt und schwelt und schwefelt und wird zu giftig-gelbem Rauche. Panisch entsorge ich die ganze Zeitung im Kaminfeuer, spüle ihre Asche in die Toilette und gieße Abflußfrei der Marke, Tod und Teufel‘ hinterher.

Nachtmahr!

 

Whiskey lacht. Wißt Ihr, daß Hunde lachen können?  Sie ziehen dann den hinteren Teil ihrer Lefzen hoch. Whiskey zwickt mich in die Ferse, wir balgen miteinander und schnappen uns die Pfanne Bratkartoffeln mit Ketchup, Speck und Spiegelei.

 

  Bis bald,
Bleibt mir gewogen,
Der Eicke

 

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JUSTIZOPFER! SIE AUCH?

ZUM FALSCHEN GESTÄNDNIS GEZWUNGEN! SIE AUCH?

WIDERRUF UND WIEDERAUFNAHME ERWOGEN?

ANWALTSCHAFTLICHE PRÜFUNG IHRES URTEILS ZUM FESTPREIS!

14. August 2017

Vor mir sitzt Rechtsanwalt H.D. Versonnen schaut er einer
Fliege nach, die neugierig auf seinem linken Handrücken
auf- und abläuft. Anwalt D. ist Wiederaufnahmespezialist
für Fehlurteile, für Leute, die unter dem Druck des sogenannten
Deals ein falsches, ein erpresstes Geständnis abgelegt haben.
Vom HOHEN Gericht vor die NIEDERträchtige,
prozeß-verkürzende und revisionsverzichtende Wahl
gestellt „Geständnis oder Gefängnis“, wird der stolzeste
Mensch zum Wurm unter der Stiefelsohle des Schicksals,
knickt ein und zieht als physisch freier, aber gedemütigter,
rufgemorderter, ausradierter und ausgespuckter Mensch
vondannen. Hunderttausendfach. 

„Die Fliege kitzelt,“ sagt der Anwalt und betrachtet sie mit
zärtlicher Zuneigung.

Wir sitzen draußen beim Italiener, haben uns eine Pizza geteilt und
wollen  -vor dem Hintergrund meines inzwischen eingereichten
Geständnis-Widerrufs und Wiederaufnahmeantrages-  über zwei
Dinge reden…. 

….. zum Einen über die Idee, diesen Justiz-Opfern zu einem Festpreis
die Überprüfung der Akten-Prozeß im Hinblick auf die Chancen eines Wiederaufnahmeantrages anzubieten. 

„Es gibt da ja ein recht übersichtliche Anzahl von gesetzlichen Grundvorrausetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der Deal gültig ist.
Häufig wurden sie nicht erfüllt. Der Deal ist dann unwirksam,
„,
sagt Anwalt H.D., „Das Urteil kann infolgedessen angefochten und ein
Antrag auf Wiederaufnahme des Prozesses gestellt werden. Der
Angeklagte läuft übrigens nicht Gefahr, härter bestraft zu werden als
im Ersturteil, hat aber angesichts der guten Aktenlage, die zur
Wiederaufnahme geführt haben, gute Chancen auf Freisspruch 

Er bittet mich, ihm seine Pizza in Stücke zu schneiden, damit er die
linke Hand mit der Fliege nicht benutzen muß.

Eine winzige Mücke landet auf der Akte „Widerruf und Wiederaufnahme“,
ganz in der Nähe der Fliege.   

…. und zum Anderen wollen wir reden über die Chancen einer
Millionenklage wegen Rechtsbeugung oder Erpressung
oder Schadensersatz oder Rufmord oder alles zusammen.
„Ein Richter in …….wurde doch grad erst jetzt wegen
Rufmordes und Rechtsbeugung verurteilt und vom Dienst suspendiert.
Karriere zu Ende,“ sage ich und schiebe nach:

„Da hatten er und die anderen Mitwirkenden noch Glück, daß
sie nicht als Bande eingestuft wurden. Das wäre mächtig mehr
strafverschärfend gewesen.“ 

„Verscheuch mir meine Fliege nicht“, sagt Rechtsanwalt H.D. zur
Mücke und zermalmt das junge Mückenleben mit seinem rechten
Mittelfinger. 

„Das war jetzt ein kaltblütiger, egoistischer Mittelfingermückenmord,“
sage ich vorwurfsvoll, kratze die Leiche vom Aktendeckel
und beerdige sie in der vertrockneten Erde des Blumentopfs
neben dem Aschenbecher.

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Schwarze Männer

Hamburg, den 1. Mai, 2017RoteKarte

Moin,

Ende meiner langen Schreibblockade.
Brauchte zur Abwechslung was Haptisches, was für’s Auge, was zum Angucken und Anfassen, was zum
Reinwälzen und zum Suhlen, zum Riechen und Eintauchen.
Pinsel, Leinwand, Farbe. Mal weg von dem Tsunami aus Pixeln und Buchstaben.

Farben machen Töne in mir. Ich bin dann ein Resonanzkörper. Ich vibriere ganz leicht und leise vor mich hin.
Die Farben bestimmen meinen Tag, sie sind meine Drogen, je heller, desto heiterer.

Ganz anders Schwarz. Schwarz schmerzt. Schwarz, da zieht mir jemand einen rostigen Stacheldraht durch’s Gedärm.

Schwarz macht mir keinen Ton, nicht einmal den tragenden, wohligen Ton einer schweren, gußeisernen Glocke,
sondern ein Grollen, eine Drohung, mich gleich in Stücke zu trümmern.
Verstehe nicht, warum alle Männersleut tagaus, tagein Schwarz
tragen. Hoppla, Ralph Siegel. Da ist kein Resonanzkörper mehr, da
erstickt alles röchelnd im klebrigen Teer der morschen Seelen.

Ralph Siegel versagt erneut

(Original Rechte bei dpa/
Henning Kaiser)

Da ist der Schatten hurtiger als sein versteinerter Herr und Gebieter.
Das schwarze Outfit dampft sich ins Gesicht hoch.
Kein gewitztes, lebhaftes Auge, nix Waches,
nix Neugieriges, nur Bedeutungsschweres, wahnsinnig Wichtiges.
Whiskey, meine Hündin, beknurrt diese Zombies
immer. Ich auch, aber leiser.

Wilder Entschluss:
Werde den Text meines eBooks „ein rothaariges
Lauselümmellotterliebesleben“ mit Gemälden auflockern,
meinen Gemälden. Knutelaunegemälden.
Bis bald,
Bleibt mir gewogen,
Der Eicke

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SOGAR JESUS WAR MASSIV ROTHAARIG

Amsterdam, den 12. März 2017

Moin,

frühmorgens. Ich bin der letzte in der langen Schlange vor der Bäckerei. Ganz vorne: Pfarrer Piet. Er kauft boerenmetworst met kruidnagel und katwijkse knip, Bauernwurst mit Nelken und große Plätzchen mit Hagelzucker.

Kuckucksei

Als er bei mir vorbeikommt, umarmt er mich und sagt:. „Kennst Du übrigens“…. er schiebt mir und sich ein Stück von der boerenworst met kruidnagel zwischen die Zähne, „…..kennst Du übrigens die neuesten Ergebnisse der Radiokarbon-C14-Untersuchung am Turiner Grabtuch“ Verschmitzt strahlt er mich an und flüstert mir dann in’s Ohr: „Jesus war massiv rothaarig.“

Ich mag Piet.

 Bis bald,
 Bleibt mir gewogen
Der Eicke

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DER PIET, DER KNUT UND DIE SIEBEN GENEVER

Amsterdam, den 20. März 2017. 14h

Moin,

„Du Lümmel“, dröhnt es zwei Stunden später schon wieder vom Niedergang durch die Luke.

Seebär Pfarrer wedelt mit dem iPad, stakst breitbeinig an mir vorbei zu Lisbeth in die Kombüse, kommt mit einer tiefgekühlten Steingutflasche des 38%igen Wacholderschnapses zurück, knallt sie donnernd auf den Tisch und sagt in gespielter Empörung:

„Jetzt weiß ich, wo ich Dich heute früh schon gesehen habe. Dein Foto auf Deiner Homepage. Der verrückte Kerl, der Autor des rothaarigen Lauselümmellotterliebeslebens, das bist ja Du. Hast mich ganz schön auflaufen lassen“!

Er streckt mir seine kräftigen Arme entgegen: „Hi, ich bin der Piet“

betrunken

„Hi, Piet, ich bin der Knut, Hast mich ertappt“.

Beim Abfüllen der Gläser verschätzen wir uns mächtig und gönnen der Tischplatte ebenfalls einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

Bis bald,
Bleibt mir gewogen,
Der Eicke

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Habe die Heilige Vorhaut Jesu Christi bei der UNESCO in New York zum Weltkulturerbe angemeldet

Amsterdam, den 20. März, 2016. Sonntagvormittag 11h

Moin,

bin mit meiner Hündin Whiskey im Bauch meiner heimeligen Hausboot-Stammkneipe gelandet. Draußen pfeift der Ostwind, hier drinnen bollert der Kanonenofen, und aus der Kombüse kommt der verführerische Geruch frisch gebackener Croissants. Außer einem weißhaarigen, iPad-lesenden Seebären am Nachbartisch und der schlampigschönen, verschlafenen Lisbeth mit ihrer wilden, langen Mähne und dem elfenbeinfarbenen Baumwollkleid -eher ein phantasievoll besticktes und mit Rüschen gefasstes Nachthemd- ist sonst niemand an Bord. Ich fühle mich hier geborgen wie im

Inneren eines gutmütigen, gastfreundlichen Walfisches.

Kaum habe ich mich in dem ächzenden Korbsessel niedergelassen, nimmt mich der Seebär auch schon in’s Visier. Seine großen, gemütlichen Seehundsaugen scannen mich rauf und runter und vermelden ihm offenbar Vertrautes.

Knut-Figur_3

„Sie hab‘ ich heut‘ doch schon mal gesehen“?!, sagt er..

„Nee, kann nich sein. Wir kommen grade erst aus den Federn“.

Doch er lässt nicht locker. Offensichtlich sucht er einen Gesprächspartner für etwas, was ihn da im Augenblick mächtig beschäftigt. Er klopft auf sein iPad und schüttelt den Kopf: „Hier erzählt ein total verrückter Kerl sein skurriles, rothaariges Lauselümmellotterliebesleben, und bei jedem Kapitel spüre ich wieder den Lausbuben in mir selber“.

Dann fasst er sich an die Stirn, verdreht die Augen, kippt seinen Genever in sich hinein und sagt: “Jetzt stellen Sie sich das mal vor: Da pfeift dieser Kerl auf die unsägliche christlich-jüdische Beschneidungs-Debatten und meldet die Vorhaut Jesu Christi einfach zum UNESCO-Weltkultur-Erbe an. Der Typ muss verrückt sein“. Sein Blick schweift durch den Walfischbauch. „Oder genial“, seufzt er versonnen.

Und dann poltert er lachend los: „Die Vorhaut eines Mannes als Weltkultur-Erbe! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: eine V o r h a u t!“ Abrupt hält der Seebär inne, krault seinen weißen 5-Tagebart, legt seine Stirn in Falten und denkt laut: „Aber hoppla, es ist ja nicht irgendeine Vorhaut, sondern die Vorhaut Jesu Christi! also das ‚Praeputium Sanctum Domini Nostri Jesus Christus‘, besser bekannt als die ‚Heilige Vorhaut Unseres Herrn Jesus Christus“.

Herausfordernd und schelmisch schaut er mich an.

„Doch warum, um Gottes Willen, ausgerechnet die Vorhaut? Weißt Du’s etwa nicht?“

Er wartet meine Antwort nicht ab, sondern landet mit dem Sprung eines Eisbären, der hungrig nach einer Robbe hechtet, an meinem Tisch: „Einfach, weil sie noch da ist, mien Jong. Diese Vorhaut ist wegen seiner Beschneidung das einzige Stück Fleisch, das einzige echte Stück Fleisch vom echten Jesus Christus, das nach seiner Himmelfahrt auf der Erde verblieben ist.“

…und dann, laut, Richtung Kombüse: „Lisbeth, noch einen Genever, einen doppelten“.

Der Seebär redet sich in Rage:

„Und deshalb handelt der Lümmel doch nur konsequent. Er greift auf, was von der Katholischen Kirche als Teil der Heilsgeschichte seit 2000 Jahren liturgisch begangen, aber inzwischen verdammt vernachlässigt wird: die feierliche Begehung des 1. Januar als „Tag zu Ehren der Heiligen Vorhaut unseres Herrn Jesus Christus‘, das ist der achte Tag nach seiner Geburt und damit der Tag seiner Beschneidung. Siehe Lukas-Evangelium 2:21″.

Er holt tief Luft und ruft nach dem nächsten Genever.

„Und damit ist sie zu Recht nicht nur eine Reliquie der katholischen Kirche und Gegenstand transzendenter Verehrung von über einer Milliarde Menschen, sondern tatsächlich auch Weltkulturerbe. Und diesen zentralen Gegenstand der Menschheitsgeschichte zum Weltkulturerbe anzumelden, ist doch so einleuchtend, dass man sich fragt, wieso vor diesem Bengel noch niemand drauf gekommen ist.

Er wirft einen Blick auf die blecherne Wanduhr: „Whoops, ist ja schon fast elfe. Muss los, hab‘ jetzt Gottesdienst. Bin Pfarrer. In zwei Stunden wieder hier.“

Mit offenem Mund schaue ich meinem Pfarrer hinterher, wie er in breitem Seemannsgang durch die Luke verschwindet.

Bis bald
Bleibt mir gewogen,
Der Eicke

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