DER PARFUMIERTE DOLLAR -PDF

Leseprobe

Die späte Sonne stülpt einen vergoldeten Kuß über die kleine Terrasse des Berliner Straßencafés in einer baumüberdachten Seitenstraße des Kurfürstendamms. Die Gäste schlürfen den letzten Rest der späten Wärme und meine schöne, bernsteinfarbene Hündin Whiskey liegt langgestreckt zu meinen Füßen. Zum Zeitungslesen habe ich die Brille abgesetzt, und so bietet sich mir die verschwommene Heiterkeit eines impressionistischen Gemäldes, farbenfroh hingekleckst und mit genau jener Mischung aus Gemurmel und Geraschel, die das Denken so leicht und den Kaffee so köstlich macht.

Dann und wann blitzt mir aus all den bunten Tupfern um mich herum ein schneeweißer, winziger Strahl entgegen. Wie ein eigenwilliges Leuchtfeuer sendet er mir seinen unregelmäßigen, gleißenden Gruß. Irgendetwas Verheißungsvolles liegt in ihm, und ich entdecke meinen Ehrgeiz, unbebrillt zu erraten, was mir da so strahlend entgegenfunkt. Ein spiegelweißes, glitzerndes Handy? Ein Golfball als Schlüsselanhänger? Ein weißer Schminkspiegel? Ich komme auf nichts wirklich Einleuchtendes, greife doch zur Brille -und hole tief Luft. Am Horizont zweier atemberaubend langer Beine leuchtet unter einem blaugeblümten rotem Sommerkleid das winzige Dreieck eines weißen Höschens, so weiß wie frischgelandete Schneeflocken. Der leichte Wind macht sich einen Spaß daraus, mir den Anblick mal zu gestatten, mal zu versagen, und die Trägerin erlaubt’s so selbstbewußt wie eine kalifornische Strandläuferin.

Der Parfumierte Dollar und Amèlies Telephonnummer

golfspieler

4,95€ – In den Warenkorb