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Schwarze Männer

Hamburg, den 1. Mai, 2017RoteKarte

Moin,

Ende meiner langen Schreibblockade.
Brauchte zur Abwechslung was Haptisches, was für’s Auge, was zum Angucken und Anfassen, was zum
Reinwälzen und zum Suhlen, zum Riechen und Eintauchen.
Pinsel, Leinwand, Farbe. Mal weg von dem Tsunami aus Pixeln und Buchstaben.

Farben machen Töne in mir. Ich bin dann ein Resonanzkörper. Ich vibriere ganz leicht und leise vor mich hin.
Die Farben bestimmen meinen Tag, sie sind meine Drogen, je heller, desto heiterer.

Ganz anders Schwarz. Schwarz schmerzt. Schwarz, da zieht mir jemand einen rostigen Stacheldraht durch’s Gedärm.

Schwarz macht mir keinen Ton, nicht einmal den tragenden, wohligen Ton einer schweren, gußeisernen Glocke,
sondern ein Grollen, eine Drohung, mich gleich in Stücke zu trümmern.
Verstehe nicht, warum alle Männersleut tagaus, tagein Schwarz
tragen. Hoppla, Ralph Siegel. Da ist kein Resonanzkörper mehr, da
erstickt alles röchelnd im klebrigen Teer der morschen Seelen.

Ralph Siegel versagt erneut

(Original Rechte bei dpa/
Henning Kaiser)

Da ist der Schatten hurtiger als sein versteinerter Herr und Gebieter.
Das schwarze Outfit dampft sich ins Gesicht hoch.
Kein gewitztes, lebhaftes Auge, nix Waches,
nix Neugieriges, nur Bedeutungsschweres, wahnsinnig Wichtiges.
Whiskey, meine Hündin, beknurrt diese Zombies
immer. Ich auch, aber leiser.

Wilder Entschluss:
Werde den Text meines eBooks „ein rothaariges
Lauselümmellotterliebesleben“ mit Gemälden auflockern,
meinen Gemälden. Knutelaunegemälden.
Bis bald,
Bleibt mir gewogen,
Der Eicke

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